Wie Meister werden?

Wie Meister werden?

Wie Sie Meister oder Meisterin werden?


Übung macht den Meister, heißt es, aber Sie können bereits unmittelbar im Anschluss an eine erfolgreiche Gesellenprüfung durchstarten. Informationen und ein vielfältiges Fort- und Weiterbildungsangebot zu Meistervorbereitung und Meisterkursen gibt's bei der für ihren Wohnort zuständigen Handwerkskammer.

So sieht die Prüfung aus

Die Meisterprüfung umfasst vier Prüfungsteile, die voneinander unabhängig absolviert werden können:

Teil I: Fachpraxis
Teil II: Fachtheorie
Teil III: Wirtschaftliche und Rechtliche Grundlagen
Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Nach erfolgreichem Abschluss aller vier Teile ist die Meisterprüfung bestanden.
Die Prüfungsanforderungen richten sich nach der Verordnung über gemeinsame Anforderungen in der Meisterprüfung im Handwerk, sowie nach den jeweiligen Fachverordnungen für die Prüfung in den fachbezogenen Teilen.

Zulassungsvoraussetzungen für die Meisterprüfung

Zur Meisterprüfung wird gemäß § 49 der Handwerksordnung in den zulassungspflichtigen Handwerken (Anlage A der HwO) zugelassen: "...wer eine Gesellenprüfung in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung ablegen will, oder in einem damit verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder eine entsprechende Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder eine Prüfung auf Grund einer nach § 45 oder § 51a Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 erlassenen Rechtsverordnung bestanden hat." oder

"... wer eine andere Gesellenprüfung oder eine andere Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat und in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung ablegen will, eine mehrjährige Berufstätigkeit ausgeübt hat."

Für die Zeit der Berufstätigkeit dürfen nicht mehr als drei Jahre gefordert werden. Ferner ist der erfolgreiche Abschluss einer Fachschule bei einjährigen Fachschulen mit einem Jahr, bei mehrjährigen Fachschulen mit zwei Jahren auf die Berufstätigkeit anzurechnen. Auch sind ausländische Bildungsabschlüsse bei Befreiungen zu berücksichtigen. Ebenso gilt:

"Ist der Prüfling in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung ablegen will, selbständig, als Werkmeister oder in ähnlicher Stellung tätig gewesen, oder weist er eine der Gesellentätigkeit gleichwertige praktische Tätigkeit nach, so ist die Zeit dieser Tätigkeit anzurechnen."

In den zulassungsfreien Handwerken (Anlage B 1 HwO) bzw. einem handwerksähnlichen Gewerbe (Anlage B 2 HwO) gilt für die Zulassung zur Meisterprüfung der § 51a der Handwerksordnung. Dieser besagt, dass zur Prüfung zuzulassen ist, "wer eine Gesellenprüfung oder eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat. Die Handwerkskammer kann auf Antrag in Ausnahmefällen von der Zulassungsvoraussetzung befreien. Für die Ablegung des Teils III der Meisterprüfung entfällt die Zulassungsvoraussetzung."

Weitere Ausnahmemöglichkeiten sind im Einzelfall zu prüfen. Zulassungsanträge erhalten Sie bei der örtlich zuständigen Handwerkskammer. In Zweifelsfällen ist eine Prüfung der Zulassung bereits vor der Anmeldung zum Lehrgang empfehlenswert.

Befreiungen von einzelnen Teilen der Meisterprüfung auf Grund anderer Fortbildungsprüfungen sind gemäß § 46 Handwerksordnung möglich. Sofern Sie z.B. bereits eine Ausbildereignungsprüfung (ADA-Schein) abgelegt haben, können Sie von Teil IV der Meisterprüfung befreit werden. Die Prüfung zum Betriebswirt/in des Handwerks oder zum Fachkaufmann/frau Handwerkswirtschaft führen zu einer Befreiung von Teil III. Für genauere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre örtlich zuständige Handwerkskammer.

Über aktuelle Änderungen der Berufszulassungsordnung oder der Meisterprüfungsbedingungen informiert Sie Ihre Handwerkskammer.

Fördermöglichkeiten – Meister-BAföG & Co

Teilnehmer an Vorbereitungslehrgängen können Förderung nach dem sogenannten Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG) bekommen. Nach dem 2002 reformierten Meister-BAföG wurden die Möglichkeiten für den Bezug des Meister-BAföG deutlich verbessert. Weitere Informationen hierzu können Sie der Seite mit den Informationen zum Meister-BAföG entnehmen. Spezielle Fragen zu Ihren persönlichen Fördermöglichkeiten können Ihnen die Ämter für Ausbildungsförderung der Kreisverwaltung und kreisfreien Städte beantworten, bei denen auch die Anträge zu stellen sind. Die Handwerkskammern können bestätigen, ob die Lehrgänge den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Arbeitsagentur

In Ausnahmefällen (z.B. Rehabilitationsmaßnahmen) kann die Kursgebühr teilweise von der Arbeitsagentur erstattet werden. Bitte fragen Sie diesbezüglich Ihre zuständige Arbeitsagentur.

Stiftung Begabtenförderung Berufliche Bildung

Meisterschüler, die bei Beginn der Vorbereitungskurse nicht älter als 25 Jahre sind, können im Rahmen eines Stipendiums der Stiftung finanzielle Zuschüsse erhalten, wenn das Ergebnis der Berufsabschlussprüfung besser als "gut" war oder wenn sie erfolgreich (1.-3. Platz) an einem überregionalen Leistungswettbewerb teilgenommen haben. Genauere Informationen siehe Seite zur Begabtenförderung.

Bundeswehr/Förderung für Soldaten auf Zeit

Die Berufsförderungsdienste der Bundeswehr informieren die Soldaten hierüber. Bei der Handwerkskammer Koblenz gibt auch das Beratungszentrum Bundeswehr-Handwerk der Handwerkskammer Koblenz gerne Auskunft.

Fördermöglichkeiten andere Bundesländer

Inwieweit in anderen Bundesländern weitere Fördermöglichkeiten bestehen, erfragen Sie bitte bei den jeweiligen Landesbehörden.

Finanzamt

Die Lehrgangsgebühren, Prüfungskosten, Lehrmittel und Fahrtkosten sind beim Lohnsteuerjahresausgleich oder bei der Einkommenssteuererklärung steuerlich abzugsfähig, soweit sie nicht durch Zuschüsse (z.B. von der Arbeitsagentur) gedeckt sind.

Bildungsfreistellungsgesetz (BFG) Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Landesregierung fördert nach dem Bildungsfreistellungsgesetz die Freistellung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für Zwecke der Fort- und Weiterbildung bei anerkannten Weiterbildungsträgern. Dazu zählen auch die Handwerkskammern Rheinland-Pfalz. Nach dem BFG haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer grundsätzlich die Möglichkeit, für bestimmte Angebote der berufsorientierten Weiterbildung bis zu zehn Tagen innerhalb von zwei Jahren von ihrem Arbeitgeber freigestellt zu werden.